Case management in Camp Moria or saving a family

Day 5 in Lesbos – Bericht von Nicola Baloch (30.12.2015)

Da steh ich ein bisschen fertig herum nach einem Vormittag, an dem ich mitgeholfen habe 25 Leute zu versorgen, deren Boot gekentert war und die aus dem Wasser gezogen worden waren. Die Kinder in Schock, die Erwachsenen erfroren und fertig. Also Tee und warmen Brei für alle organisiert und die Leute sukzessive neu eingekleidet. Dann noch 2 Reisetaschen voll Hauben und Schals im Camp verteilt denn mittlerweile ist der Sturm da. Es bläst eisiger Wind bei gefühlten Minusgraden. Regen ist erst ab Samstag prognostiziert; darüber spricht hier niemand, aber spätestens dann ist hier die humanitäre Katastrophe verschärft.
Da steh ich also. Eine Frau kommt aus dem Notarztzelt auf der Suche nach jemanden der eine schwangere Frau ins Spital führt. Ich melde mich aber ich weiß nicht wo das Spital ist. Da kommt Sanela Ibrahimovic mit einem Auto voll Sachspenden und ich bitte sie um Hilfe. Wir gehen ins Notarztzelt und sie übernimmt den Krankentransport. Ich soll den Vater und die vier kleinen Kinder (1,5 3 5 7 Jahre) ins Caritas Hotel für vulnerable cases führen. Das geht aber nicht, weil sie noch nicht Frontex- registriert sind und morgen dran sind und nicht weg können. Sie sind mit einer anderen family gemeinsam unterwegs. Insgesamt 4 Erwachsene und 5 ZWUTSCHKIS, die weder Zelt noch Decken noch Kleider haben und seit gestern nix zu essen hatten. Ich nehme mich der Familie an und Schritt für Schritt kriege ich alles geregelt. Höflich aber bestimmtes Auftreten, als wüsste ich genau, was ich mache…dabei ist alles improvisiert. Die syrische Familie vertraut mir, und obwohl sie mich nicht verstehen, verstehen wir uns problemlos. Ich besorge ihnen warme Kleidung für die Kids aus dem Kleiderzelt und schnappe mir en route drei Schlafsäcke für sie aus unserem Auto. Wir (Mama und ich) lassen die Kids bei den Papas und gehen gemeinsam erstmal warmes Essen holen für alle aus dem Essenszelt, denn satt kann man leichter sein Leben checken. Dank guter connections kein Anstellen sondern 6 Portionen heißen Eintopf out the back door „wink“-Emoticon vom Essenszelt. Dann kaufe ich noch Brot dazu Milch und Saft und zurück geht’s quer durchs Camp. Alle essen erstmal und dann gehen Daniel Kollnig und ich schauen, ob wir die Familie fast tracken können für die Frontex- Registrierung. Eigentlich sind sie erst morgen dran und wie sich der Papa allein mit vier Kids den ganzen Tag anstellen kann bleibt unbeantwortet, da wir am Eingang für Ausnahmen „wink“-Emoticon einen netten Polizisten treffen, der meint, wir sollen einfach mit alken kommen. Wunder geschehen! Daniel und ich holen die Family und wir machen mit ihnen die gesamte Registrierung durch. Eine Kleine schläft auf meinem Arm ein und ich trage sie von a-z: Identität klären dann Fingerabdrücke und schließlich die Papiere. Zwei Stunden später setzen wir uns in ein Taxi und in unser Auto und fahren zum Seaview Hotel, wo die Caritas ihnen wie versprochen ein Zimmer gibt. Dort können sie solange bleiben, bis die Mutter aus dem Krankenhaus kommt. Die Familie kann ihr Glück im Unglück kaum glauben. Morgen schau ich, wie es der Frau geht und geb der Familie Bescheid, sodass sie wieder zusammen kommen. Tut der Seele gut ab und zu Engel sein zu können. A drop in the ocean aber a world of difference für Familie AlSabki und Neheel und ihre family. ♡

Die Zwutschgis in der Hotelhallt (c) Daniel Kollnig

Lesbos Dc

How to manage a crowd of 1700 people

Day 4 in Lesbos – Bericht von Nicola Baloch

Der heutige Tag fing ganz ruhig an mit einer Sortierung unser verbliebenen Sachspenden und Equipment, Autowaschung , Tagesplanung,  Einkauf von Tee, Zucker, Milch und Bechern, Kanistern und Gas für einen Tee nett am Abend am Hafen an. Check Holz connection, Planung weiterer Einsatzorte für die Nachtwache am Strand etc. Danach fuhren wir nach Moria ins Camp, wo wir uns alle vier Stunden in die Arbeit im Camp einklinkten. Ich war in der Kleiderausgabe. Nach einem Essen in einem arabischen Restaurant an der Hafenanlagen, wir ebendort den Teeausschank machten. Um 7 stolperten wir in eine Menschenmenge von 3200 Flüchtlingen die gleichzeitig 2 Fähren boarden sollten, die beide nach Athen gingen. Unterschiedliche Linien mit unterschiedlichen Tickets. Keiner kannte sich aus. Chaos vorprogrammiert. Wir halfen einem Paar ihre drei kleinen Kinder auf die Fähre zu tragen, danach blieben wir bis zum bitteren Ende. Man muss sich das so vorstellen: 6 Polizisten kein Leitsystem und auch kein Plan, 1700 Leute die boarden wollen und Angst haben dass sie nicht mehr mitkommen. Dementsprechend Druck und Gefahr, dass Panik ausbricht und wer verletzt wird. Die Polizei versuchte es mit Bitten, Brüllen und mehrmaligem Abbruch des Boardings. Alles ohne Erfolg. Sie waren zu wenige für diese Strategie. Die Leute verstanden auch nicht, was sie von ihnen wollten. GO BACK DONT MOVE MAKE A LINE …wo und wie war nicht klar.
Wir redeten mit den Leuten und stellten uns schützend an neuralgische Punkte wie den Rand des Hafenbeckens oder die vorderste Front. …ONE LINE GO BACK You ARE STUPID!…Alles half nichts. Die Polizei gab keine klaren Anweisungen die Flüchtlinge waren genervt und hatten Angst….nach einer Stunde und kaum Progress bat die Polizei uns um Hilfe. Wir wurden offensiver baten die Leute höflich und mit einem Lächeln zurück zu gehen Reihen zu bilden zu warten ruhig zu bleiben. Wir breiteten die Arme aus und drängten die Leute langsam zurück. Immer Blickkontakt haltend immer kommunizierend ….EVERYBODY WILL ENTER. THERE IS ROOM FOR 1000 PEOPLE. PLEASE GO BACK THE POLICE IS STRESSED PLEASE WAIT….Langsam gelang es. Der Knackpunkt war meine Idee Männer mit in die vorderste Reihe zu nehmen die Arme auszubreiten und Hände haltend eine Kette zu bilden. Mit Schmäh und „We are all one Family. U are my family“ blieben alle ruhig und warteten ruhig. Teilweise kamen Frauen und sogar Kinder in die Kette und sie hielt. Wir lachten gemeinsam, machten uns über das Gebrüll der Polizei lustig, warteten mit ihnen bei starkem kalten Wind. Wir Volunteers genießen ihren Respekt, weil wir Ihnen bedingungslos helfen und sie wie unsere eigenen Familien behandeln. Unsere gelben Jacken sind die sicherste Uniform. Niemand würde einen Volunteer was tun. Ich hatte keinen Moment Angst und unser Vertrauen übertrug sich. Indem gerade wir uns vor sie stellten und sie baten hörte das Drängen auf.
Einzeln ließen wir die Familien in kleinen Gruppen durch die Kette. Einmal links einmal rechts dann wieder in der Mitte. Ende gut Alles gut. Nach 2 Stunden Megapräsenz zu viert waren alle an Bord und niemand war verletzt worden. Es war für mich echt berührend, dass wir zu viert mit einer guten Idee Höflichkeit Schmäh und viel Herz das Unmögliche möglich gemacht hatten ♡ Graz: Spendenkonvoi eben.

Mit Papa Noel und dem Christkind auf Tour

Bericht Ulli Krawagna (26.12.2015)

Während ein Teil des Spendenkonvoi Teams durch den Nebel auf der Balkanroute Richtung Griechenland unterwegs war, machten wir uns gestern auf, um den Kindern (und auch Erwachsenen) in Quartieren in der Südoststeiermark, West und Südsteiermark eine Freude zu machen. 5 Autos bepackt mit den tollen Geschenken und Spielzeug der VS Nibelungen und der Helmut List Halle machten sich zwei Teams von Christkindln und Papa Noel gestern Vormittag auf den Weg. Elisabeth Höfer, Ursula Kuster und Sajad Christin besuchten die Quartiere in Voitsberg, Wettmannstetten, Deutschlandsberg und Gabersdorf und wurden wie immer freudig erwartet. Eine zweite Tour mit Martina und Mann , Uli, Dzhamilya, Petra und Hussein führte uns in den Unterkünfte nach Feldbach, Kirchberg und Hatzendorf, die wir zum ersten Mal besuchten. Viele Familien mit Kindern leben hier, die sich riesig über die mitgebrachten Geschenke freuten. Wir bauten auch wieder unsere beliebte Pop-up Boutique auf. Jacken und andere Wärme Kleidung wurden dankend angenommen. Bei einer heißen Tasse Tee kamen wir dann ins Plaudern. Wir lernten herzliche Menschen kennen und freuen uns über die vielen warmen Begegnungen am Stephanitag. Danke an alle! Wir waren eine tolle Truppe und der Tag hat viel Freude gemacht!

Fährausfall am Hafen. What a night!

Bericht von Nicola Baloch (28.12.2015)

2:30. gerade heimgekommen nach einem Tag voller Eindrücke auf unserer Tour in den Norden der Insel und einem unglaublichen Abend im Einsatz. Ersten Eiter auf meinen entzündeten Mandeln entdeckt. Note to self: Morgen Früh first stop zum Arzt!
Wir teilen uns auf. 6 von uns gehen ins Camp nach Moria und Matthias und Marlene zuerst zu den Marokkanern in deren Camp an den Strand. Wir setzen uns zu ihnen ans Feuer, reden mit ihnen teilen Essen und trinken gemeinsam ein Bier. Ihre Bitte ist, der Welt zu erzählen, wie es ihnen geht. Stuck hier ohne Optionen und ohne Perspektive daheim in Marokko. Sie haben uns eingeladen mit ihnen gemeinsam Silvester zu feiern und wir werden die coolste Sylvester Party ever organisieren. Wir versprechen ihnen Holz zu besorgen für ihr Feuer in der Nacht und wieder zu kommen. Dann wollen alle noch „family pictures“ mit uns und lassen uns nur ungern gehen.
Bei einem Einkauf treffen wir Amir, einen Volunteer aus England. Er und seine Freundin aus Deutschland versorgen heute Abend die aufgrund eines Fährausfalls am Hafen gestrandeten rund 200 Menschen, die die Nacht hier im Freien verbringen. Wir bieten unsere Hilfe an und verteilen all unsere Decken Zelt und Schlafsacke geben Nüsse aus, helfen Tee ausschenken. Als wir nichts mehr haben, helfen wir zig Leuten die Iglozelte aufzubauen reden mit ihnen schenken Medizin her und verteilen noch ein paar Tschick. Ein Mann fragt mich was er für mich tun kann weil wir so viel für sie alle tun. Mir fällt nichts ein, „stay safe“ sage ich zu ihm, gebe ihm die Hand und wir lachen zusammen. Mittlerweile ist es Mitternacht und eine Frau kommt mit ihrer einjährigen kranken Tochter die weint und fiebert und Amirs Freundin Nephelia organisiert den Transport für sie und das Kind zum Notarzt ins Camp. Eine letzte Fuhre Decken wird versprochen und wir warten weiter. Mitten im Hafen steht ein rundes aufgelassenes Hallenbad, in dem der Dreck sich türmt in das sich aber 100 Leute hineingelegt haben. Wir schauen hinein, überall liegen Menschen herum. Wir sehen einen kranken Mann, der nicht mehr ansprechbar ist, zittert und Schmerzen hat. Wir geben ihm zwei Schmerztabletten und bringen ihm noch eine der nachgekommenen kostbaren Decken. Es geht ihm ein bisschen besser, er wird die Nacht überstehen, nicht aber die Reise wenn er nicht vorher noch zum Arzt kommt. Ich übrigens auch nicht, wenn ich jetzt nicht schlafe und mir morgen nicht Meds besorge. Also, Gute Nacht ♡

 

Lesbos, Getting acquainted mit dem organisierten Chaos

Bericht von Nicola Baloch

Wulf war da und hat uns empfangen um 6 AM in Mytileni dem Fährhafen der Insel. Wer glaubt dass wir uns nach der Fahrt und einer Nacht auf der Fähre am Boden schlafend erstmal erholt haben, weit gefehlt. Wolfgang Feigl hatte seine Aufgabe bestens erfüllt und war voll Tatendrang, uns gleich in die Geheimnisse der Insel in Bezug auf Flüchtlinge einzuweisen. Nach einer Führung in das wilde Camp der Marokkaner am Strand in der Bucht noch vor Sonnenaufgang inkl. Lecture on does und don’t s der Volunteer Tätigkeiten und -Hierarchien auf Lesbos ging es nach einem kleinen Frühstück weiter zum nächsten Camp für syrische Familien. Alles sehr organisiert mit Suppenküche, Med Zelt, Arabisch – Englisch Infos, stabilen Zelten etc. Im Unterschied zur restlichen Balkanroute gibt es hier in den Camps keine Polizei Präsenz und dadurch auch keine Spannungen oder Tumulte. Die Menschen dürfen sich frei bewegen, müssen sich aber auf Lesbos registrieren lassen, um weiter zu kommen. Rund um die Registrierung gibt es zwei Zeltlager, das offizielle in dem alle IOs vertreten sind und das inoffizielle rein von volunteer geführte das wie ein Campingplatz mir Dorfplatz wirkt. Hier gibt es neben den Campingzelten on welchen die Flüchtlinge schlafen, ein Volunteer Infozelt eine Kleiderausgabe, ein Notarztzelt, ein Kinderspielzelt, ein Moscheezelt, ein Teezelt, ein Essenszelt…, ein Zelt für alles Run by volunteers. Um es zu verstehen, muss man die Fotos sehen die Matthias posten wird.Kritikpunkt ist die Registrierung die so unglaublich slow vor sich geht dass es scheinbar still steht… Nach einer Dusche und einem köstlichen Essen haben wir Reini von der TWO Küche und sein Team getroffen und uns zusammengetan. Den Nachmittag haben wir mit Vernetzen und Mitarbeit in bestehenden Strukturen verbracht. Ich war stundenlang in der Kleiderausgabe und hab gefühlte 50 Kinder 40 Frauen und 100 Männer nach unterschiedlichem Bedarf ausgestattet und eingekleidet. Dass wir meist keine gemeinsame Sprache hatten, spielte dabei überhaupt keine Rolle. Viele kamen direkt vom Boot mit nassen Sachen oder ohne Schuhe, alle waren zu dünn angezogen für die Nacht im Freien. Nach einer kurzen Pause und einem guten Essen, das mich an die TWO Küche erinnert hat hab ich dann noch stundenlang Tee gekocht und ausgeschenkt an eine nicht kürzer werden wollende Schlange von Menschen. Um 22:00 hab ich WO gegeben und bin heimgefahren. Von den anderen weiß ich dass sie die Disziplin der wartenden Menschen in der Schlange für die Essensausgabe aufrecht erhalten haben, mit mir Kleider ausgaben, die Marokkaner mit unseren Nüssen und Schlafsäcken versorgten, mit Volunteers gequatscht ihnen einen unserer Biertische verkauft haben zum Kochen, etc. Morgen fahren wir in den Norden und schauen uns weiter um, mit dem Ziel vielleicht eine eigene Versorgungsstation aufzubauen. Inzwischen sind wir schon 13 erfahrene Volunteers und ich bin schon gespannt, wo es uns im Endeffekt hinverschlägt. Heute hat Spaß gemacht wir haben das System von Lesbos verstehen gelernt; die Abläufe, die Registrierung, die Camps, die Volunteers und mit vielen Menschen gesprochen. Es ist schön zu sehen dass Versorgung ohne Druck und Stress ablaufen kann, dass man für jedes nette Wort zwei zurück bekommt und noch nie bin ich so herzlich am laufenden Band bedankt worden. Jeans habe ich bei afghanischen Frauen als neue Mode eingeführt. Mein Highlight war ein älterer Herr der in einer Pyjama Hose! und völlig abgerissen vor mir stand und den ich mit lauter guten Sachspenden neu einkleiden konnte. Er hat so gestrahlt!

Auf Lesbos – Day 2

Arrival Day, 26.12.2015

Bericht von Matthias Aufinger

05:30 „We ask all drivers to go immediately to their cars!“

Am Weg zum Autodeck warfen wir einen Blick vom Heck in den Hafen von Mytilini und sahen hunderte Flüchtlinge, die schon eilig darauf warteten die Fähre zu betreten. Sie haben den gefährlichsten Teil ihrer Reise schon hinter sich, aber der anstrengendste & nervenzermürbendeste Teil liegt noch vor ihnen. Mindestens 1400 km (Distanz Ö Grenze) werden sie noch zurücklegen, da ist es doch ein kleiner Trost zu wissen, dass sie im Hafen von Kavala gut empfangen werden & an den meisten ihrer Stationen Volunteers sind, die ihr Bestes geben!

Wolfgang erwartete uns bereits am Pier und sogleich begannen wir unsere Orientierungsphase. Wenige hundert Meter vom Hafen entfernt befindet sich das Wild Camp der Marokkaner.

Zeitgleich mit unserer Abkunft eskortierte ein Schiff der Küstenwache ein Flüchtlingsboot zur Küste.
Die Suchscheinwerfer des Bootes schwenkten derweil immer wieder über die Wasseroberfläche.

In diesem Moment erreichte ein Transporter das Wild Camp (auch hier ist ein Landungsbereich) und mehrere freiwillige Rettungsschwimmer machten sich bereit, um bei einem möglichen Kentern des Bootes die Menschen zu retten.
Diesmal mussten sie zum Glück nicht eingreifen! Das Boot erreichte sicher den Hafen!
Dieses Erlebnis gab uns schon einen Einblick wie gut & vernetzt die Volunteers & Helfer auf Lesbos arbeiten!

Anschließend bekamen wir bei einem dringend notwenigen Kaffee (7Uhr morgens) eine Einführung von „Wulf“, wie er hier liebevoll genannt wird, über die aktuellen Ereignisse & die Prozedere und erkundeten Kara Tepe, ein Flüchtlingscamp & Moria, das Registrierungslager.

Der Nachmittag wurde zum Vernetzen & Erkunden sowie zur Mithilfe in vorhandenen Strukturen genutzt.

Hut ab vor den Volunteers die das Wild Camp von Moria organisieren & managen!
Den restlichen Tag klinkten wir uns dort ein (halfen wo Hände gebraucht wurden und versorgten Schutzsuchende mit Informationen).
Marlene, Netti & ich sind am späten Abend nochmal zu den Marokkanern ins Wild Camp gefahren und haben der dortigen Volunteer Gruppe (eine deutsch-österreichische Kooperation) Hilfsgüter gebracht und uns informiert über benötigte Hilfe, Versorgung, etc.
Dorthin werden wir auf jeden Fall zurückkehren!

Heute (Montag) bekamen wir von einem unserer Volunteer Freunde aus Bapska eine Einführung in die Gegebenheiten des Nordens! In den dortigen 4 Zonen kommen jede Nacht unzählige Boote an!

Weihnachten in Griechenland

Lesbos 01

Day 1_die Anreise bzw. Travelling down the Balkan Route im Retourgang from Graz to Lesbos

Bericht von Nicola Baloch

Wir sind wie durch ein Wunder mit zwei bis unters Dach beladenen Fahrzeugen, (der „dicken Berta“ und dem „Silberpfeil“ im walkietalkiesprech) durch 1000 km Nebel, trotz korrupter Spediteure, die uns das Leben schwer machen wollten sicher in Griechenland angekommen und sitzen bereits in bequemen Pullmannsitzen auf der Fähre nach Lesbos. Es geht uns gut, Friends und Family macht Euch bitte um uns keine Sorgen. Wir lieben unsere Einsätze, wir sind ein eingeschweißtes Team, schauen auf uns, können uns 100% aufeinander verlassen und sind doch immer offen, neue engagierte Volunteers zu integrieren. Wir haben viel Spaß miteinander, blödeln wie die Kinder, haben vor niemanden Angst, sehen jedes Problem als Herausforderung, die wir im Team mit kollektiver Genialität, Zusammenhalt und Kreativität meistern. Wenn es ernst wird und hart auf hart geht, sind wir füreinander da und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Kurz, ich bin sehr stolz auf unser cooles Team . In den letzten 24 Stunden haben wir wieder soviel erlebt, dass wir es erst später verarbeiten können werden. Und dies ist erst der Anfang. Nach rund 1400 km, über 18 Stunden Autofahrt, schier endlosen Zollformalitäten, Überqueren von 5 Landesgrenzen, guter und weniger guter WCs en Route, Durchfahren mit nur kurzen Stopps alle 400 km sind wir heute Nachmittag endlich ziemlich müde in Kavala angekommen. Begonnen hat es wie eine typische Urlaubsreise nach Kroatien ohne Stress, die aber an der EU Außengrenze ein abruptes Ende ihrer Gemütlichkeit nahm, als uns der Grenzer, die Plomben am Transporter bemerkend doch nicht durchwinkte sondern jäh nach links zur LKW Schlange und den Zollformalitäten wies. Der Auftakt zur Zollschikaniererei par excellence. Wir konnten der „dicken Berta“ nicht helfen, Amira, Matthias und Daniel meisterten dieses bürokratisch- korrupte Geduldspiel dank korrekter Papiere und muttersprachlich diplomatischer Fähigkeiten bravourös, aber nicht ganz billig. Unsere Tonne Hilfsgüter kostete uns 215€ an „Garantien“ sprich Transitscheinen und jede Menge Nerven und Geduld. Die Erwähnung des humanitären Aspekts unserer Ladung kostete die schmierigen Zöllner nur ein müdes Lächeln. Erst die griechischen Zöllner verhielten sich korrekt und menschlich, und wir schenkten ihnen ein Packerl Kaffee aus Dankbarkeit für das Ende dieser unnötigen zeitraubenden Schikanen. Nachdem wir nun die Balkanroute quasi im Retourgang gefahren sind und ein Gefühl für ihre tatsächliche Länge bekommen haben, sind wir noch baffer, wie das die Families mit den kleinen Kids, die auf ihr unterwegs sind, überhaupt schaffen können. Respekt. Auf dem Rückweg werden wir auch einen Faktencheck an den härtesten Hotspots der Grenzen, sprich in Idomeni und Presevo machen. In Kavala, dem Fährhafen unweit von Thessaloniki , wurden wir nach einem guten Essen ZeugInnen von einer großen Geste der Menschlichkeit, Gastfreundschaft & Nächstenliebe!
Zweimal wöchentlich legt hier die von schutzsuchenden Menschen voll besetzte Fähre von Lesbos kommend an. Minuten davor versammeln sich wie aus dem Nichts viele Einheimische aus Kavala und den umliegenden Ortschaften und breiten in einer Art Flashmob Planen am Hafen aus, auf welchen sie jede Menge verschiedenster Sachspenden ausbreiten. Mit ihrer Pop-Up Boutique & dem Transparent „Refugees welcome“ heißen sie die Menschen auf europäischem Festland willkommen. Alle bleiben am Hafen und helfen den Menschen in der Eile das Richtige und Passende zu finden. Chaos pur aber voller Menschlichkeit und Herzlichkeit und absolut friedlich.
Seit Juli spielt sich dieses Szenario bei jeder Fährankunft ab und auf jeder Fähre sind zwischen 100-1000 Refugees.
Eine Griechin erzählte uns, dass sie es nicht immer einfach hatten mit der Polizei aber dass die Griechen eben ein herzliches Volk seien und trotz Widerstand das Richtige tun würden. Zu Spitzenzeiten bereiteten sie zudem mehrere tausend Portionen warme Mahlzeiten täglich zu. Sogar wurden eigens für Menschen auf der Flucht Süßigkeiten & Kekse gebacken.
Und dies, obwohl es die griechische Bevölkerung selbst wahrlich nicht leicht hat. So manche Menschen in Europa können sich daran ein Vorbild nehmen!
People of Kavala, you are amazing!!

Wir sind schon gespannt auf morgen und was uns erwartet auf Lesbos…Hoffentlich Wolfgang um 6 AM bei Ankunft der Fähre 😉 We will keep you updated dank Daniel und Matthias unseren IT -afinen,besten-wo-gibt Konvoileitern. Meanwhile Kali Nichta! Eine Runde Powernapping ist angesagt.