X-Mas Konvoi im Softex Camp

Tag 4: Softex Camp; Vorbereitungen für die Ausgabe morgen; Schmuggeltour nach Makedonien

Bericht von Werner Schimanovsky, 30.12.2016

Der heutige Tag war intensiv. Wir starteten um 9 Uhr und fuhren zu Robs Warehouse. Die erste Aufgabe des Tages bestand darin, die auf arabisch verfasste Bedarfsliste für die morgige Ausgabe von Sachspenden an Familien mit schwangeren Frauen bzw. neugeborenen Babies zu übersetzen, um die benötigten Sachen einkaufen zu können. Da dafür nicht alle von uns benötigt wurden, beschlossen wir in das nahegelegene Softex Lager zu gehen. Bepackt mit Hauben, Schals, Handschuhen, Wärmeflaschen und vielen Hygieneartikeln machten wir uns zum Hintereingang des Lagers auf. Ohne Probleme erreichten wir das Lagerinnere und konnten mit der Verteilung der Spenden beginnen. Eine Stunde später hatten wir alles was wir mitgenommen hatten, ausgegeben und auch einige Gespräche mit den Personen im Lager geführt.
Zurück im Warehouse machten wir uns an die Arbeit, die 31 Pakete für die Frauen und Kinder der Familien, die wir morgen besuchen werden zusammenzustellen. Neben allen wichtigen Dingen für neugeborene Babies und deren Mütter kauften wir am Nachmittag auch noch dringend benötigte Lebensmittel ein. Schlussendlich starteten wir noch einen Kurztripp nach Makedonien, da wir wussten, dass wir mit den uns zur Verfügung stehenden Spendengeldern dort wesentlich mehr der hier in Griechenland um vieles teureren Hygieneartikel einkaufen konnten. Auf dem Rückweg galt es dann noch eine besondere Herausforderung zu bewältigen. Da wir wussten, dass die Familien, die wir morgen besuchen werden aufgrund der schlechten hygienischen Zustände u.a. auch Probleme mit Kopfläusen haben, wollten wir auch Lausshampoos ausgeben. Da diese in Makedonien sehr viel billiger zu bekommen waren, organisierten wir im Vorfeld eine Lieferung von mehreren Paketen mit diesen Shampoos zu einem Restaurant knapp vor der griechisch-makedonischen Grenzen. Dort übernahmen wir die Ware und schmuggelten diese im Sinne der Maximierung unserer Hilfe erfolgreich nach Griechenland.
Am Abend stellten wir schliesslich die gesamte morgige Lieferung auf Paletten zusammen. Wir freuen uns nach einem spannenden und anstrengenden Tag auf die morgen stattfindende Ausgabe unserer Hilfsgüter!

X-Mas Konvoi – Soulfood Kitchen

 

Ihr wollt wissen, was so alles mit Euren Spendengeldern passiert?

Die Versorgung mit täglich warmem Essen von etwa 250 Personen, die in den Straße oder Camps von Thessaloniki leben, in Pixis Soulfood Kitchen. Und unser Team vom Graz:Spendenkonvoi ist hier nicht nur finanziell unterstützend vor Ort sondern auch durch Woman-Power 🙂

Uli Kabosch berichtet:

Update- Soul Food Kitchen Thessaloniki –
Nachdem wir im August halfen die Soul Food Kitchen aufzubauen, waren wir bei unserem jetzigen Besuch sehr neugierig, was daraus geworden ist. Also führte mich mein erster Weg in Thessaloniki natürlich in die Küche…
Seither koche ich wieder jeden Tag für Homeless People/Flüchtlinge, und das macht wirklich viel Freude.
Wir kochen Mittag- und Abendessen für ca. 250 Personen. Voluntäre from all over the world bemühen sich, möglichst abwechslungsreiches und nahrhaftes Essen zuzubereiten.
Verteilt wird das Essen an obdachlose Flüchtlinge und auch Einheimische in den Straßen von Thessaloniki, im Valochori Camp und auch in einem Hotel, in dem unversorgte Flüchtlinge untergebracht sind.
Die Küche hat sich seit August massiv weiterentwickelt. Pixi ( Adis Imamovic Pixi), der Küchenkoordinator, hält den bunten Haufen zusammen und sorgt für den „good spirit“. Neben unserer Arbeitskraft tragen wir diesmal auch wieder materiell Einiges bei…Kochgas für die nächsten 3 Wochen, 2 neue Lampen für das Essenslager und den Waschplatz, Arbeitshandschuhe u.v.m. Die Leute auf der Straße kennen schon das Auto, mit dem wir das Essen ausführen und freuen sich, wenn wir kommen. Auch deshalb, weil wir immer heißen Tee mitbringen und es hier derzeit wirklich kalt ist. Ich freue mich noch ein paar Tage hier sein zu können und mit euren Spenden wirklich tolle (und highly needed) Dinge zu verwirklichen. Noch einmal VIELEN DANK dafür 😙❤❤❤
#EsGibtNichtsGutesAußerManTutEs

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X-Mas Konvoi – Softex Camp

Bericht Amira Sehic-Bektas, 28.12.2016

Während sich der eine Teil der Gruppe mit Kleidung Verteilen beschäftigt war, verbrachte ich einen Tag im Softex Camp. Ich besuchte einige Familien und versorgte sie mit dem Notwendigsten. Gemeinsam mit einer internationalen Gesundheitsorganisation verteilten wir Zahnbürsten und Zahncremes und zeigten den Kindern im Camp, wie sie damit richtig putzen.

Die sanitären und hygienischen Bedingungen sind zum Weinen und das mitten im Winter.

Unmenschlich und unglaublich unter welchen Bedingungen hier Menschen „untergebracht“ sind, darunter viele Familien mit kleinen Kinder.

Eine Schande für Europa!

 

X-Mas Konvoi Griechenland (3)

Day 3 – Team Rob

Bericht Lena Baloch – 28.12.2016

Today was a happy day!
Basically we where distributing clothes to familys in apartments – so there was no dirt and no drama involved.
Rob asked us to help the Team of IHA – InterEuropean Human Aid Association and Team Bananas with the indoors truck „store“, where people can choose their own clothing, and try them on. (TruckShop) This time it was winter-jackets and jumpers.
There where a looooot of children who all got warm jackets, pullovers, socks and scarfs/gloves.
We didn’t work our asses of today, so we actually had time to communicate with each other! 🙂
And so it comes that I met so many great people today! I feel like we’re doing this together and it’s so nice to see that people from all around the world really care and take action!!
I’m not a big writer, but I dedicate this post to all the volunteers out there doing stuff and getting shit done!!

The following pictures where taken from Mohamad Hadi Almadani, I gave my camera to him and edited some of the ones he took:
ONE LOVE

 

 

 

X-Mas Konvoi Griechenland (2)

Day 2 oder a schöner Schaß – Bericht Nicola Baloch 27.12.2016

Heute musste ich alle bereits und 7:30 aufwecken und aus dem Bett werfen bzw. mit Cappuccinos und Croissants bestechen, damit wir rechtzeitig wie bestellt bei Rob im Warehouse sein konnten, um die große Putzaktion im abandoned building angehen zu können. Leider vergaßen wir den Apartment Schlüssel zuhause, was uns später zum Verhängnis werden sollte. Zunächst aber mussten wir „pünktlich sozialisierten Österreicher“ uns wieder an den Volunteer-Modus gewöhnen, der bedeutet, dass alles relativ ist, allen voran Termine und Treffpunkte. To cut a long story short, begannen wir um 12 als Team von mind. drei volunteer organization einen Rohbau, der als Zwischenlager für Flüchtlinge genutzt wird zu säubern. Die Menschen, die dort eher kurz als lang hausen, haben keine Toiletten, keine Müllsäcke, keine Bindung und damit keine Möglichkeit oder Veranlassung, den Ort sauber zu halten. Nicht sauber bedeutet knöcheltiefer Dreck von leeren Plastikflaschen, verschimmelten Essensresten, versiffter Kleidung, zentimetertiefer Baustaub, Scheiße, Tschickstummeln, Urin, Plastikfetzen, bis zur Unkenntlichkeit aber immer noch stinkendes verrottetes Zeugs auf zwei Ebenen, dem Parterre und dem Keller. Bewaffnet mit Besen, Schaufeln, Müllsäcken und Gummihandschuhen machten wir uns gemeinsam mit den anderen an die Arbeit und waren bald in Staubwolken gehüllt, schweißgebadet mit Blasen an den Händen, staubgefüllten Lungen und insgesamt bis auf die Haut total drecküberzogen. Besonders mitgenommen hat mich heute ein Afrikaner, der im versifften Keller nur auf einer Decke mit Schlafsack lebte, der uns zuerst beobachtete und dann mit angriff und mit mir gemeinsam Sack um Sack füllte. Wir konnten nicht kommunizieren, weil wir keine gemeinsame Sprache hatten, leider. Ein seltsames Gefühl zusammen zu arbeiten, ohne auch nur den Namen des anderen zu kennen, Er wirkte extrem desillusioniert und sehr traurig. Zum Schluss wollte ich ihm 20€ geben, damit er sich was zum Essen kaufen könnte, aber er lehnte es dezidiert ab, weil er dachte, ich wollte ihn für die Arbeit bezahlen. „no, I help“ sagte.
Gemeinsam mit einem tollen Team von insgesamt ca. 15 Volunteers bestehend aus der IHA, dem Team Bananas, uns und einigen Flüchtlingen, wenn ich das richtig im Kopf habe, schafften das ganze Gebäude als Einstand und insgesamt ca. 100 Säcke voll Müll als eine Art Bewährungsprobe unserer Volunteertätigkeit und freuen uns morgen auf erträglichere Einsätze.
Zurück bei Rob haben halfen wir noch ein paar Stunden im Lager, fuhren dann zum Supermarkt für einen Großeinkauf für das Abendessen und Frühstück, nur um festzustellen, dass wir vor verschlossener Tür standen….eine Stunde später rettete uns Uli und Werner kochte einen phantastischen Strudel für uns. Von unserer Vermieterin lernten wir, dass ma nicht-funktionierende Boiler rechts an der Seitenwand mit dem Gemüseschäler schlagen muss, um Warmwasser für die DRINGEND benötigten Duschen zu haben. Nun sind wir wieder mit der Welt versöhnt, satt und zufrieden und nur leicht wund, bereits mit einem Anflug der argen Spatzen, die wir morgen sicher haben werden.

Uli war den Tag über in der Soulfood Kitchen und wird von dort berichten, Amira war im Softex Camp und wird ebenfalls selbst berichten, da ich nicht über etwas schreiben kann, das ich nicht erlebt habe. …stay tuned.

Xmas-Konvoi Griechenland (1)

…vom Anreisen und Ankommen.

Bericht von Nicola Baloch, 27.12.2016

Eine gefühlte Ewigkeit ist es nun schon her, seit wir uns gestern Abend von Graz aus lieb verabschiedet mit Jause, Brötchen und guten Wünschen von Christiane, Hussein, Andi, Ibrahima, Jamileh, Daniel, Marion und Matthias auf den Weg nach Griechenland gemacht haben. Voll beladen mit mehr liebevollen und ausgwählten Sachspenden als privaten Gepäck brausten wir in drr Nacht die Balkanroute hinunter und waren über lange Strecken die einzigen Autos auf den wie ausgestorbenen Straßen. Serbien lag wie üblich im Nebel, dazu kam zuerst Regen der sich zunehmend in Schnee verwandelte, bis wir ohne Sicht auf Schneefahrbahn unterwegs waren. Die Funkdisziplin war wie immer großartig, Werners gleichmäßiger Autopilot und die spacigen Rücklichter wirkten fast hypnotisch auf uns. Um 12 Uhr Ortszeit am Ziel angelangt war es sonnig und warm, ein bissl windig und wir checkten in unser feudales Apartment in walking distance vom Meer ein, indem wir uns abends und im Schlaf erholen können. Erster Zwischenstop nach einer kurzen Pause war das Lager von Rob, wo es erst mal einen sehr herzlichen Empfang und Willkommen und ein Wiedersehen mit Rob, Adele, Vincenze und den Jungs gab, dann eine Einführungs -Tour durch das stark veränderte Warehouse und einen gemeinsamen Kaffee. Die mitgebrachten selbstgebackenen Weihnachtskeks waren der Hit und fanden großen Anklang. Unsere Partner wirkten müde und etwas ausgelaugt, Gefühle, die auch ich sehr gut nachvollziehen kann, und sind darum froh über die Verstärkung, die wir in der kommenden Woche bieten. Rob bat uns gleich, ihm morgen bei einem Großputz eines versieften Bahnhofs, der aus Notunterkunft für Flüchtlinge dient zu helfen, natürlich mit Masken und Handschuhen ausgerüstet. Erinnerungen an das ebenfalls versiefte Schwimmbad im Hafen von Mytilini wurden gleich in mir wach… 😉 Augen zu und duch ist die Devise, dann haben wir das Härteste hinter uns.

Während unser Team spätnachmittags noch Pixi und der Soulfoodkitchen einen Besuch abstattete und diese kennenlernte, und schwer beeindruckt von den positiven Entwickungen dieses Volunteerprojekts war, fuhr ich mit Rob und Adele zu einem Hotel, in dem besonders vulnerable Familien untergebracht sind, in denen die Frauen entweder hochschwanger sind oder gerade nach der Geburt und Kaiserschnitt aus dem Spital entlassen wurden. In einem Gespräch mit den Frauen erhoben wir, was ihre dringstenden Bedürfnisse sind und die Liste ist lange und erschreckend vollständig. Sprich alles von der Erstlingsausstattung über Babyflaschis, Tees, Windeln aller Größen, Hygieneartikel jeglicher Art insbesondere Binden und Cremen, Kleidung, Medikamente, vitaminreiche und kindgerechte Nahrungsmittel für Mütter und Kleinkinder bis hin zu Verhütungsmittel. Alles unter Müttern leicht, mit Adeles großartiger Dolmetschung, meinerseits viel Phantomime und mit viel Lachen kommuniziert. Die Liste steht und wird in den kommenden Tagen in einer Kooperation verschiedener Volunteergruppen mit vorhandenen Sachspenden und Einkäufen ergänzt zusammengestellt und dann gemeinsam ausgegeben, wobei wir uns natürlich finanziell wie auch tatkräftig beteiligen werden und somit schon eine weitere Augabe für uns definiert haben. Amira wird sich für befreundete Familein, die teils noch in den Lagern sind, und teils schon in Apartments untergebracht sind einsetzen und ihnen nicht nur Besuch abstatten, sondern sogar bei einer der Familien wohnen. Unser Team war so nett, mir ein warmes Essen aus dem Restaurant mitzunehmen, danke Uli! Morgen fährt Uli auch erstmal zu Pixi und bespricht mit ihm Bedarf an möglicher Unterstützung und Aktionen. Alles in allem sind wir erschöpft, aber bald schon augeschlafen wieder frisch und munter und voll motiviert für unseren Einsatz in Thessaloniki. Danke für Eure Unterstützung, mittels derer wir hier viel bewegen können. FOTO (c) Lena Lotus

Schlafsack Konvoi nach Serbien Dezember 2016

Die beinahe unmögliche Überbringung von Schlafsäcken – oder aber auch in drei Tagen um die halbe Welt

Bericht von Stefanie Gamsjäger

Nachdem uns Hilferufe aus Serbien mit der dringenden Bitte nach Decken und Schlafsäcken für die an der Kälte zu verzweifeln drohenden Menschen ereilt haben, hat es sich Marion zum Ziel gesetzt Spenden zu sammeln um den auf Hilfe angewiesenen Menschen zumindest etwas Wärme geben zu können.
Dank der unglaublichen Großzügigkeit vieler Spender und Spenderinnen hatten wir den benötigten Betrag  rasch zusammen. Dann fing der “Spaß” erst an.
Da die serbische Regierung es den NGOs im Raum Belgrad untersagt hatte, Spenden zu verteilen – verstehe einer diese verrückte Welt – nahm Marion mit einer kleinen sehr engagierten Organisation namens Northstar welche an der serbisch-ungarischen Grenze ihr Menschenmögliches tut um die Situation für die Flüchtlinge vor Ort zu verbessern, Kontakt auf.
Man könnte meinen wir hätten die Absicht gehabt, gefährliche Ware zu transportieren wenn man sich den organisatorischen und bürokratischen Wahnsinn anschaut, welcher im Vorfeld auf unsere Hauptorganisatorin zukam.
Und trotz der akribischen Vorbereitungen war es fast ein Ding der Unmöglichkeit die Schlafsäcke dorthin zu bringen, wo sie so dringend benötigt werden.
Wäre nicht Dada Teil unseres Minikonvois gewesen, die uns mit viel Verhandlungsgeschick immer wieder ein Weiterkommen ermöglichte, ich für meinen Teil hätte mich mehr als einmal an den Straßenrand gesetzt und zu schreien begonnen.
Aber letztlich haben wir es mit vereinten Kräften geschafft, die Schlafsäcke dorthin zu bringen, wo sie hingehören – zu jenen Menschen, welche in dieser Eiseskälte in simplen Zelten im Freien schlafen müssen.
Manchmal fühlt es sich so an, als müsse man an den Zuständen der Welt verzweifeln.
Die Art der Behandlung von Menschen, die vor dem Krieg flüchten und zu uns kommen in der Hoffnung auf Frieden und Sicherheit ist eine Schande. Es gibt keine Antwort auf die Frage nach dem Warum. Nichts, aber auch wirklich gar nichts rechtfertigt es, mit unseren Mitmenschen so umzugehen.
Aber wenn man sich nur auf die negativen Dinge konzentriert, kommt man nicht weiter, darum schauen wir lieber auf das, was wir gemeinsam schon erreicht haben und noch erreichen werden.
Ich möchte mich auf diesem Wege auch noch einmal für die großartige finanzielle und emotionale Unterstützung bedanken durch die unsere kleine Reise erst möglich gemacht wurde.
Wenn ich auf diese Seite der Menschlichkeit blicke, dann wird aus Verzweiflung Hoffnung.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.