We need your help – in Serbia

„I need your help“ – Bericht von Nicola Baloch
…las ich zu Beginn des Ramadan als Nachricht in meinen Nachrichten. Robbi, unser Partner und Freund in der Flüchtlingshilfe bat mich und damit uns, den Graz:Spendenkonvoi, um Unterstützung in der Hilfe für Flüchtlinge, die in den Lagern in Serbien gestrandet sind. Familien, Frauen, Kinder, junge und ältere Männer aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, dem Iran, Eritrea, dem Sudan.

Gestrandet im Versuch nach Europa zu kommen in Lagern einen Steinwurf von der magischen Grenze zu Kroatien entfernt. Adasevic mit rund 1200 Menschen, ein aufgelassenes, heruntergekommenes Motel an der Autobahn mit einem Garten voller Großraumzelten und Principovac mit weiteren 450 Menschen, ein aufgelassenes Kinderspital mit weiteren Großraumzelten im Garten.

Beide Camps werden vom Kommissariat geführt und kontrolliert. Das Kommissariat ist die serbische Polizei, gefürchtet unter den Flüchtlingen, welche von den Betreibern pauschal als Taliban oder Terroristen bezeichnet werden. Der Zugang zu den Lagern ist Außenstehenden verwehrt, wir hatten Dank Robbi und seinen Schlangenbeschwörungskünsten Zugang, mit den Leuten vor den Lagern zu sprechen ist unerwünscht, sie könnten ja erzählen, dass sie hier wie Tiere gehalten werden:
2 Familien (8-10 Menschen) pro Zimmer a 12m2, für Männer ist es das Großraumzelt a 50-100 Personen auf Pritschen) keine Kleiderausgaben, keine medizinische Versorgung (bis auf Schmerztabletten), kaum Versorgung mit Hygieneartikeln (eine kleine Seife und eine kleine Flasche Schampon pro Familie alle 14 Tage), keine Schul- oder sonstige Bildung für die Kinder, kaum Beschäftigungsmöglichkeiten für die Erwachsenen, keine Busanbindung, um in den nächsten Ort Šid zu kommen (2 stündiger Fußmarsch), keine psychosoziale Betreuung, keine Dolmetscher und 2x pro Tag ungenießbares Essen. (zB. Nudeln lieblos in Vegetawasser gekocht ohne Sauce).

Der Umgang des Personals mit den Menschen erinnert an dunkle Zeiten der Geschichte. Am Eingang des Lagers hängt ein Plakat: “You want to return to your country? IOM can help you…” Für die meisten keine Option, weil es ihr Zuhause nicht mehr gibt, sie dort alles aufgegeben haben und auf der Suche nach Sicherheit und Schutz in eine ungewisse Zukunft geflohen sind. Jede Nacht versuchen einige im Schutz der Dunkelheit über die Grenze nach Kroatien zu gelangen, jede Nacht werden sie von der Grenzpolizei aufgegriffen, brutal zusammengeschlagen und wieder zurückgeschickt. Das Fatalste ist die Hoffnungslosigkeit. Sie wissen, dass sie sich in einer Sackgasse befinden, in welcher die momentane Situation kaum erträglich ist, es aber gleichzeitig kein Vor und kein Zurück gibt.
Auch wenn wir die Lage der Menschen nicht grundsätzlich verbessern können, konnten wir Dank Privatspenden der muslimischen Gemeinden in Graz und einiger weiteren großzügiger SpenderInnen gemeinsam mit unserer Partnerorganisation „Truckshop- Freedom of choice“ und beherzten Volunteers doch die triste Versorgungslage wesentlich verbessern. Dada und ich waren mit Robbie und Adela vom 14.06.-20.06. nach Šid in Serbien gefahren, um uns selbst ein Bild von der Situation zu machen.

Mit den gesammelten Spenden kauften wir bei einem lokalen Gemüsehändlern, den berüchtigten Verleihnix alias Obrenko, Gemüse und Obst im großen Stil und verpackten es in die „Ramadan packs“ a 2 Zwiebeln, Gurken, Tomaten, Karotten, einer Paprika, einer Zitrone, einer Banane und ca. 8 frische Datteln. Diese Packs wurden dann von uns zu jeweils 4 in größere Plastiksäcke verpackt und mit einem Lieferwagen zu den Lagern gebracht. Jede Person im Lager erhält jeden zweiten Tag einen Ramadan Pack, um so das dürftige und vitaminarme Essen im Lager mit Nährstoffen aufzubessern. Die meisten machen sich daraus einen Salat und eine Art Letscho, welches sie aber nicht im Lager kochen dürfen…dafür gehen sie auf die Felder und lagern dort rund um ein kleines Feuer auf welchen sie für den Iftar kochen.

So bescheiden diese Hilfe auch ist, so wichtig ist sie für die Menschen. Die Verteilung der Ramadan Packs dürfen die Menschen im kleineren Lager Principovac selbst übernehmen; in Adasevic, werden die Packs vom Kommissariat ausgegeben werden, wobei auch das Personal als Rezipienten mitgerechnet werden muss…Weiters konnten wir kleine Wünsche erfüllen wie Nierentee für Menschen mit Nierensteinen aus der Apotheke besorgen, Hygieneartikel für eine Familie mit 3 Kindern, eines davon schwer krank kaufen und sämtliches Garn und Häkelnadel in einem kelinen Handarbeitsladen aufkaufen und an die Frauen verteilen, die zum Zeitvertreib Waschlappen, kleine Taschen und Deckchen häkeln.

Für das Ende des Ramadan „Eid-al-fitr“ würden wir gerne eine besondere Ausgabe machen, mit (Unterwäsche und Tüchern für die Frauen, Rasierern, Seife und Socken für die Männer, Süßigkeiten und Fruchtsaft für die Kinder. Hierfür benötigen wir noch Spenden, Wenn Ihr uns helfen könnt, bitte spendet auf unser Spendenkonto.

 

Hilfsaktion Serbien – Juni 2017 – Fuit day

Fruit day… Bericht vom 17.6.2017 – Nicola Baloch

The day started out with a visit to the market where i bought freshly picked raspberries and some needlework material for the ladies in the camp to pass the time in the long days during Ramadan with nothing to do. They all know how to make beautiful patterns ….from there Adela and I went and helped the Serbian ladies in packing 1200 packs of vegetables and fruit, the Ramadan Packs we support, while Dada went on a secret mission… 😉 We were „paid“ in kind for the help with a watermelon the wife of the owner offered to us for free much to his dismay 😉 Back at the warehouse we discovered an apricot tree and plundered it. Last but not least we went to the camp for distribution and there a young boy addressed me and asked me to share his story…stay tuned. Now we are back at the apartment and are having a well deserved drink with sour cherries Danijela Campara bought for us in the market.

 

Hilfsaktion in Serbien – Juni 2017

Updates aus Serbien – Bericht vom 15. Juni 2017 – Nicola Baloch

Resümee des ersten Tages in ŠID, Serbien:
Fast fühlen wir uns wie auf Urlaub mit unseren Freunden Robbie und Adela Al Sharua, denen wir zu 100% vertrauen können und die Unglaubliches leisten und umsetzen, bis….ja bis wir in die Camps kommen. Heute in 2 „One Stop Centers“ vor Ort mit knapp 400 und 1200 Flüchtlingen belegt, mit Familien aus dem Iran, Afghanistan und Syrien gesprochen über ihre Situation, ihre Versorgung, ihre Anliegen und Sorgen. Eine ältere syrische Dame zB. ist seit 5 Monaten mit ihrem nierenkranken Mann im Lager. Ihre drei Kinder (das jüngste 13 Jahre) haben es bis nach Deutschland geschafft. Familienzusammenführung ist von Serbien aus nicht möglich. Für den Mann gibt es außer Schmerztabletten keine Behandlung, wenn er Koliken hat…Die Beamten behandeln sie wie Tiere und schlimmer. Zum Schluss weinte die Dame und meinte, wie schön es sei, endlich mal mit jemanden über ihren Kummer sprechen zu können.
Für morgen haben wir den Gemüseeinkauf samt Ausgabe vorbereitet. Und natürlich einen Nierentee für ihren Mann besorgt.

 

Project Food for Refugees

 

Liebe Freundinnen und Freunde!

Bitte helft uns bei unserem neuen Projekt, das über den Sommer noch weiter ausgebaut wird: Project food for Refugees
Die Lage in Serbien ist prekär! Bereits bei unserem Osterkonvoi haben wir gestartet, den Menschen vor Ort in Serbien zu helfen! Lasst uns nicht abstumpfen! Wir machen weiter!
Helft uns helfen!
Jetzt! DANKE!
Spendenkonto easy business
Graz:Spendenkonvoi
IBAN: AT71 1420 0200 1096 3541
BIC: EASYATW1
„project food for refugees“
Zum Hintergrund:
Die Lage der in Serbien gestrandeten Flüchtlinge ist zwar mit dem Schleifen der Barracken am Belgrader Bahnhof aus den Medien verschwunden aber darum nicht weniger prekär. Derzeit befinden sich rund 10.000 Flüchtlinge im Land notdürftig in Camps untergebracht. Die Lage der Menschen in den Camps ist dramatisch. Es fehlt an allem: keine menschenwürdige Waschmöglichkeiten, keine Kochmöglichkeiten, kaum Hygieneartikel, keine Kleiderausgaben, wieder Zelte und der Winter naht….Auch und vor allem an Essen fehlt es und das im Monat Ramadan. Wer 17 Stunden pro Tag fastet, weiß was es bedeutet, wenn man danach nichts (Gescheites) zum Essen hat. Das unverschuldete Leid vieler Menschen ist vielen Menschen mittlerweile egal. Schauen WIR nicht weg, tun wir was und helfen wir.

Gemeinsam mit unserem Partner Robert Martinković, der schon in Griechenland Unglaubliches geleistet hat, unterstützen wir vorerst 1200 Menschen in Şid mit Vitaminen im „Project-Food“, bestehend einer Gurke, Tomate, Zwiebel, Karotte, Zitrone, Banane und 100g Datteln. Lokal eingekauft und den ganzen Ramadan über jeden zweiten Tag an ALLE Personen im Camp Principovac vorbereitet und ausgegeben von den Flüchtlingen selbst. Ein solcher Sack kostet mit knapp über 1€ nicht viel, aber wenn man das auf 1200 Menschen hochrechnet und dann auf einen Monat, dann benötigen wir mindestens 20.000€. Die Hälfte des Geldes hat unser Partner bereits zusammenbekommen, jetzt wollen wir ihn gemeinsam mit Eurer Hilfe unterstützen. Jeder Euro zählt und jeder Euro kommt direkt bei den Menschen in Form von Essen und damit gelebter Menschlichkeit an. Dafür stehen wir mit unserem Namen ♥.