Winterkonvoi 2024
Bericht 1 von Nicola Baloch, 24.11.2024
Es waren einmal 4 Halbwaisen, alles Jungs, Sie leben ohne Mama, die vor 7 Jahren gestorben ist als der jüngste erst 3 war und der älteste 11 mit ihrem Papa in einem eingestürzten Haus in der Armensiedlung in einem Kaff in Serbien.
Es gibt nur einen Raum. Der Rest des Hauses ist eine Ruine, nach einem Sturm endgültig zerstört. Küche, Bad und WC sind nicht vorhanden, das Dach ist zu 60% eingestürzt, die leeren Fensterhöhlen sind mit einer Türe zugestellt, um den Regen draußen zu halten, gegen die Kälte hilft das nicht. Die Decke ist mit Stehern abgestützt…
Kleidung und Decken haben Danijela Campara Campara , Gordan Horvat und ich dank Eurer Spenden mitgebracht…
Die Jungs wachsen, keiner hat Schuhe oder Jacken; geschweige denn Wintersachen, Schulsachen oder ähnliches. Wasser holen sie von der Leitung im Hof, gewaschen wird sich gar nicht oder im Zuber im einzigen bewohnbaren 10m² großen Raum, in dem sie alle leben. Holz zum Heizen dieses einen Raumes sucht der Vater am Sturzplatz, alte Bretter…WC njet. In der Pampa hinter dem Haus. Essen gibt es keines im Haus. Der Papa hat für sich innerlich aufgegeben; kämpft aber für seine Kinder, er muss auf die Kinder schauen, er nimmt seine Verantwortung wahr. DIe Familie lebt von 400 Euro Sozialhilfe und ein paar Euro Kinderbeihilfe für die beiden Jüngsten. Ein Einkauf kostet 100…
Abgesehen von dem zerstörten Haus und absoluten unfassbaren Elend, das allein schon mehr als schockiert, ist es was Anderes, was mich sprachlos macht und uns sehr weh tut:
Die 4 entzückenden Jungs Gabriel, Michael, Alan und Bane haben keine Mama, niemand der liebevoll auf sie schaut und sie in den Arm nimmt wenn sie krank sind oder einfach so. Das bisschen mütterliche Aufmerksamkeit, das wir ihnen in 2 Tagen schenken können, saugen sie auf wie vertrocknete Pflanzen, die man gießt. Hier ein schüchternes „danke!“ da ein Lächeln für den warmen Kakao, den ich ihnen in der Früh koche…sowas bricht mir das Herz. Dafür bin ich nicht gemacht, immer wieder kommen mir die Tränen. So zu leben, ist einfach unmenschlich. gemein und unverdient. Und trotzdem, sie alle gehen in die Schule, lernen einen Beruf. helfen mit. Sind brav und gesund. Halten zusammen. Haben Geschwisterliebe, die stärkt. Wie meine Babykatzen, weil auf sich alleine gestellt.
Gemeinde, Sozialamt, staatliche Hilfe…kannst du hier vergessen! Wir sind in Serbien. Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner.
Wir laden den Transporter aus und gehen erstmal einkaufen. Damit etwas zu essen im Haus ist. 200€ im Supermarkt für basics und unerhörten „LUXUS“ wie Kakao, Milch, Obst, Kaffee, Süßigkeiten, Hendl, etc.
Heute Morgen gehen wir auf den Markt und kaufen jede Menge Kartoffel und Gemüse am Bauernmarkt. Gebrauchte Sportschuhe für alle 4 am Flohmarkt, denn sie haben nur Badeschlapfen. Dann machen wir den Jungs Frühstück: Heissen Kakao mit Marmeladebrot.
Es ist kalt, eisig. In der Nacht hat es gefroren und es geht ein kalter Wind.
Wir spazieren mit dem Ältesten, Bane der gerade mal 18 ist, durch die Siedlung, stellen viele Fragen und spinnen Pläne. Wieviel kosten 4 m² Holz zum Heizen, wieviel kostet es den Führerschein zu machen, möchte er nach Ö kommen und versuchen Arbeit zu finden, etc.?!
Parallel reden wir mit unserem Freund Robbie in Kroatien, schicken Fotos und überlegen, ob und wie man das Haus „rekonstruieren“ könnte. Er wird uns helfen, eh klar, aber wir werden Sponsoring für das Baumaterial brauchen. Firmen. Großspenden. Das geht nicht von heute auf heute…
Tragfägige Lösung hamma noch keine, aber die finden wir, wir arbeiten daran. Davon bin ich überzeugt! Mit Eurer Hilfe, gemeinsam schaffen wir das, weil das kann man nicht so lassen. das ist zu arg. Allein schon der Kinder wegen. Mehr dann im nächsten Bericht…
Wer weiter helfen will:
- Graz:Spendenkonvoi
- IBAN: AT71 1420 0200 1096 3541
- „Winteraktionen 2024“
Wir danken Euch fürs Helfen! Euer Spendenkonvoi Team












