How to manage a crowd of 1700 people

Day 4 in Lesbos – Bericht von Nicola Baloch

Der heutige Tag fing ganz ruhig an mit einer Sortierung unser verbliebenen Sachspenden und Equipment, Autowaschung , Tagesplanung,  Einkauf von Tee, Zucker, Milch und Bechern, Kanistern und Gas für einen Tee nett am Abend am Hafen an. Check Holz connection, Planung weiterer Einsatzorte für die Nachtwache am Strand etc. Danach fuhren wir nach Moria ins Camp, wo wir uns alle vier Stunden in die Arbeit im Camp einklinkten. Ich war in der Kleiderausgabe. Nach einem Essen in einem arabischen Restaurant an der Hafenanlagen, wir ebendort den Teeausschank machten. Um 7 stolperten wir in eine Menschenmenge von 3200 Flüchtlingen die gleichzeitig 2 Fähren boarden sollten, die beide nach Athen gingen. Unterschiedliche Linien mit unterschiedlichen Tickets. Keiner kannte sich aus. Chaos vorprogrammiert. Wir halfen einem Paar ihre drei kleinen Kinder auf die Fähre zu tragen, danach blieben wir bis zum bitteren Ende. Man muss sich das so vorstellen: 6 Polizisten kein Leitsystem und auch kein Plan, 1700 Leute die boarden wollen und Angst haben dass sie nicht mehr mitkommen. Dementsprechend Druck und Gefahr, dass Panik ausbricht und wer verletzt wird. Die Polizei versuchte es mit Bitten, Brüllen und mehrmaligem Abbruch des Boardings. Alles ohne Erfolg. Sie waren zu wenige für diese Strategie. Die Leute verstanden auch nicht, was sie von ihnen wollten. GO BACK DONT MOVE MAKE A LINE …wo und wie war nicht klar.
Wir redeten mit den Leuten und stellten uns schützend an neuralgische Punkte wie den Rand des Hafenbeckens oder die vorderste Front. …ONE LINE GO BACK You ARE STUPID!…Alles half nichts. Die Polizei gab keine klaren Anweisungen die Flüchtlinge waren genervt und hatten Angst….nach einer Stunde und kaum Progress bat die Polizei uns um Hilfe. Wir wurden offensiver baten die Leute höflich und mit einem Lächeln zurück zu gehen Reihen zu bilden zu warten ruhig zu bleiben. Wir breiteten die Arme aus und drängten die Leute langsam zurück. Immer Blickkontakt haltend immer kommunizierend ….EVERYBODY WILL ENTER. THERE IS ROOM FOR 1000 PEOPLE. PLEASE GO BACK THE POLICE IS STRESSED PLEASE WAIT….Langsam gelang es. Der Knackpunkt war meine Idee Männer mit in die vorderste Reihe zu nehmen die Arme auszubreiten und Hände haltend eine Kette zu bilden. Mit Schmäh und „We are all one Family. U are my family“ blieben alle ruhig und warteten ruhig. Teilweise kamen Frauen und sogar Kinder in die Kette und sie hielt. Wir lachten gemeinsam, machten uns über das Gebrüll der Polizei lustig, warteten mit ihnen bei starkem kalten Wind. Wir Volunteers genießen ihren Respekt, weil wir Ihnen bedingungslos helfen und sie wie unsere eigenen Familien behandeln. Unsere gelben Jacken sind die sicherste Uniform. Niemand würde einen Volunteer was tun. Ich hatte keinen Moment Angst und unser Vertrauen übertrug sich. Indem gerade wir uns vor sie stellten und sie baten hörte das Drängen auf.
Einzeln ließen wir die Familien in kleinen Gruppen durch die Kette. Einmal links einmal rechts dann wieder in der Mitte. Ende gut Alles gut. Nach 2 Stunden Megapräsenz zu viert waren alle an Bord und niemand war verletzt worden. Es war für mich echt berührend, dass wir zu viert mit einer guten Idee Höflichkeit Schmäh und viel Herz das Unmögliche möglich gemacht hatten ♡ Graz: Spendenkonvoi eben.

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