Freedom? Choice? wohl eher nicht….die Lage in Serbiens Flüchtlingslagern

Bericht von Ulrike Krawagna & Marion Bock, 21.11.2017

Seit Freitag ist unser Team nun schon in Sid, Serbien, bei unseren Kooperationspartnern von Freedom of Choice.

Mit viel Motivation stürzten sich unsere Freundinnen und Freunde in die Hilfstätigkeiten in Serbien. Doch die Lage ist triste. Denn es scheinen keine Lösungen in Sicht: nicht für die Menschen in den Lagern, nicht für diejenigen, die sich in die Hände von kriminellen Schleppern begeben und hoffen, so weiter in die EU zu gelangen, wo sie – laut Schlepper – ein grandioses Leben erwartet, wofür sie bereits sind, alles zu geben, um letztendlich schwer enttäuscht zu werden.
 
Also, versucht man wenigstens das Mindeste zu tun: warme Kleidung für den Winter zu sortieren und Notwendiges an die Menschen in den Camps und außerhalb zu verteilen.
 
Denn so hat sich das wohl niemand vorgestellt…..heute stand nun der erste Besuch in einem Camp an, hier der Bericht von Marion Bock:
Besuch im Camp von Principovac

Unsere Freunde von Freedom of Choice haben auch im Camp in Principovac einen Social Shop errichtet, der zwei Mal pro Woche geöffnet wird. Die 202 Personen im Camp (72 von ihnen sind Kinder) können sich eine Grundausstattung an Kleidung aussuchen – d.h., sie bekommen nicht irgend etwas in die Hand gedrückt, das ihnen vielleicht weder passt noch gefällt, sondern können sich selbst aussuchen, was sie nehmen möchten – Freedom of Choice eben.

Neben Kleidung und Decken, die von überall aus Europa gespendet wurden, stehen auch in allen Größen die von Legero gespendeten Winterschuhe in den Regalen und erfreuen sich großer Beliebtheit!

Das Camp – ein aufgelassenes Kinderkrankenhaus – liegt in einem großen Garten, ironischerweise direkt an der kroatischen Grenze. Die Leute haben zwar ein Dach über dem Kopf und einen warmen Schlafplatz, von „normalem“ Leben kann aber keine Rede sein – bis zu 20 Personen teilen sich ein Zimmer, höchstens ein Mal pro Woche besteht die Möglichkeit zu duschen. Das Essen wird 1,5 h von Belgrad angeliefert, mit dem Ergebnis, dass es kalt ist – Möglichkeit zum Aufwärmen gibt es keine, denn das Kochen ist verboten. Aktuell werden von der Polizei, die das Camp verwaltet und „betreut“, keine Hygieneartikel zur Verfügung gestellt, weshalb wir mit einem Teil der Spendengelder morgen Duschgel, Shampoon u.Ä. kaufen werden.

Positiv ist, dass die Kinder die Schulen der umliegenden Dörfer besuchen und somit Zugang zu Bildung und einen geregelten Tagesablauf haben. Für Erwachsene gibt es keinerlei Angebote – keine Sprachkurse, keine Rechtsberatung, nichts. Und auch keine Zukunft.

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