Project Food for Refugees

 

Liebe Freundinnen und Freunde!

Bitte helft uns bei unserem neuen Projekt, das über den Sommer noch weiter ausgebaut wird: Project food for Refugees
Die Lage in Serbien ist prekär! Bereits bei unserem Osterkonvoi haben wir gestartet, den Menschen vor Ort in Serbien zu helfen! Lasst uns nicht abstumpfen! Wir machen weiter!
Helft uns helfen!
Jetzt! DANKE!
Spendenkonto easy business
Graz:Spendenkonvoi
IBAN: AT71 1420 0200 1096 3541
BIC: EASYATW1
„project food for refugees“
Zum Hintergrund:
Die Lage der in Serbien gestrandeten Flüchtlinge ist zwar mit dem Schleifen der Barracken am Belgrader Bahnhof aus den Medien verschwunden aber darum nicht weniger prekär. Derzeit befinden sich rund 10.000 Flüchtlinge im Land notdürftig in Camps untergebracht. Die Lage der Menschen in den Camps ist dramatisch. Es fehlt an allem: keine menschenwürdige Waschmöglichkeiten, keine Kochmöglichkeiten, kaum Hygieneartikel, keine Kleiderausgaben, wieder Zelte und der Winter naht….Auch und vor allem an Essen fehlt es und das im Monat Ramadan. Wer 17 Stunden pro Tag fastet, weiß was es bedeutet, wenn man danach nichts (Gescheites) zum Essen hat. Das unverschuldete Leid vieler Menschen ist vielen Menschen mittlerweile egal. Schauen WIR nicht weg, tun wir was und helfen wir.

Gemeinsam mit unserem Partner Robert Martinković, der schon in Griechenland Unglaubliches geleistet hat, unterstützen wir vorerst 1200 Menschen in Şid mit Vitaminen im „Project-Food“, bestehend einer Gurke, Tomate, Zwiebel, Karotte, Zitrone, Banane und 100g Datteln. Lokal eingekauft und den ganzen Ramadan über jeden zweiten Tag an ALLE Personen im Camp Principovac vorbereitet und ausgegeben von den Flüchtlingen selbst. Ein solcher Sack kostet mit knapp über 1€ nicht viel, aber wenn man das auf 1200 Menschen hochrechnet und dann auf einen Monat, dann benötigen wir mindestens 20.000€. Die Hälfte des Geldes hat unser Partner bereits zusammenbekommen, jetzt wollen wir ihn gemeinsam mit Eurer Hilfe unterstützen. Jeder Euro zählt und jeder Euro kommt direkt bei den Menschen in Form von Essen und damit gelebter Menschlichkeit an. Dafür stehen wir mit unserem Namen ♥.

Das ist Idomeni, Europa 2016

Ein Ort mitten in Europa – mitten unter uns – hier und jetzt!

Wo staatliche, europäische und internationale Strukturen versagen

Wo Werte und Menschenwürde hochgehalten werden nur von MENSCHEN, die einfach anpacken!

Eine davon ist Amira Sehic-Bektas, die gemeinsam mit dem Graz:Spendenkonvoi und vielen anderen Ostern 2016 in Idomeni verbracht hat und hier ihre Fotoerinnerungen mit uns teilt!

 

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Tag 8, ein Nachtrag

Matthias Aufinger, 25.3.2016

Während Idomeni im Schlamm versinkt sind Bilder von Kindern die sich ohne Schuhe in den Regen stellen um eine Portion warme Suppe zu bekommen mittlerweile an der Tagesordnung. Das Wetter fegt erbarmungslos über das Lager, reißt Zelte mit sich und durchnässt jeden der sich ins Freie wagt binnen weniger Minuten. Trockene Kleidung wird zum Mythos und unsere Versuche die Zelte zu stabilisieren und wasserdicht zu machen erweist sich als Sysyphosarbeit.
Der Hungerstreik geht weiter und einige trotzen dem Wetter und organisieren einen Sitzstreik auf der Einfahrt zum Lager. Man fragt sich wie verzweifelt Menschen wohl sein müssen um sich freiwillig dieser Tortur auszusetzen.

Im Gegensatz dazu läuft unsere Feldküche derweil auf Hochtouren und schafft es mittlerweile einen ganzen Sektor des Lagers zu versorgen. Auf sechs Sprachen wird gleichzeitig durcheinandergerufen um diese riesigen Mengen an Essen herzustellen und heiß dampft es unter der Zeltplane hervor. Als Ergebnis gingen dafür alleine Heute an die 2000 Portionen über den Tisch. Zusätzlich stellen wir zu jeder Zeit des Tages warmen Tee und Kekse bereit, was gerade bei Schlechtwettertagen wie heute den Menschen hier viel Kraft schenkt. Jeden Tag kommen mehr von ihnen um uns ihre Hilfe anzubieten. „You Help us – We help you“ sagt einer unserer neuen Freunde und setzt sich um 150 Kartoffeln zu schälen. Es ist offensichtlich dass die Leute den Drang haben sich nützlich zu machen, wollen nichts geschenkt haben, sondern ihren Teil dazu beitragen.
Manche die noch ein bisschen Geld für Lebensmittel übrig haben, kochen auf offenem Feuer und laden uns ein mit ihnen zu essen. Während sie uns dann von ihrem alten Leben erzählen und darüber wie sie auf einmal alles verloren haben, sind sie mit Freuden dazu bereit das Wenige was ihnen noch bleibt mit uns zu teilen. Und da ist es schwer zu ertragen, dass unser eigenes Herkunftsland für dieses Desaster mitverantwortlich ist.

Für einen kurzen Moment vergisst man das ganzen Leid und Elend um einen herum und ergibt sich ganz dem schönen Gefühl des Zusammenhalts welches die Menschen so verschiedener Herkunft verbindet. Hier treffen nicht mehr Volunteers auf Flüchtlinge. Es sind Freunde.

Ein schwarzer Tag – überall

22.3.2016, Pedro Maza

Es ist Tag 7 und mittlerweile hat schon jeder unseres Teams den Tränen mehr als nur nahe gestanden. Die Tatsache, dass sich hier im Zuge eines Sitzstreikes ein Mann selbst mit Benzin überschüttet und daraufhin entzündet hat, legt einen tiefen Schatten über die anfängliche Euphorie. Der Deal mit der Türkei und die immer offensichtlicher werdende Aussichtslosigkeit schlägt schwer auf die Stimmung der hier Festsitzenden und spiegelt sich in den täglich stattfindenden Demonstrationen wieder. Die Verzweiflung ist förmlich greifbar und beschert jedem eine Gänsehaut der den traurigen Schicksalen der Menschen hier lauscht.
Selbst alltägliche Dinge wie zu abend zu essen kommen einem makaber vor, wenn man bedenkt, dass nur wenige Meter weiter viele Menschen den Hungerstreik in dem sie sich befinden als letzten Ausweg sehen an ihrer Situation etwas zu ändern.
Das Schrecklichste ist jedoch zu wissen, dass alles was man tun kann, und mag es noch so wichtig sein, lediglich die Bekämpfung von Symptomen ist. Wenn einem Menschen die ihre gesamte Familie verloren haben ins Gesicht sagen, dass sie lieber sterben würden als weiterhin so zu leben, dann kann man noch so viel Gewand verteilen und fühlt sich am Ende des Tages trotzdem unendlich ohnmächtig.
Diejenigen allerdings die es wirklich in der Hand hätten die Krankheit zu heilen, tauschen ihre Moralvorstellungen bereitwillig gegen Wählerstimmen ein. Mit dem Gedanken, dass hier die Menschenrechte wertgeschätz werden suchten sich die Leute Europa als Ziel ihrer Flucht vor Krieg und Diktatur aus um schlussendlich feststellen zu müssen, dass diese wohl längst im tiefen Schlamm von Idomeni versunken sind.

Produktivität, gute Einfälle und Kooperationen

Tag 6, Matthias Aufinger, 21.3.2016

Der heutige Tag strotzte nur so vor Produktivität, guter Einfälle und Kooperationen. Um die allgemeinen Hygienezustände zu verbessern, verbrachte der Großteil unseres Teams unter Leitung von Ärzte ohne Grenzen den Nachmittag damit frische Seife unter die Menschen zu bringen. Um die Verteilung möglichst fair zu gestalten, durchstreiften wir systematisch das Camp und überreichten jeder der hier festsitzenden Familien ein bis zwei Stück.
Für viele Kinder hingegen gab es ein vitaminreiches Frühstück, für welches wir das „Team Bananas“ tatkräftig unterstützten 3000 Stück ihres Lieblingsobstes zu verteilen. Trotz der, auf den ersten Blick beachtlichen Menge, konnten nur rund die Hälfte der Kinder eine Banane bekommen.
Die meisten Kooperationen fanden aber wohl in unserer Feldküche statt, die heute in die zweite Runde ging. Denn dank der großen Hilfe unserer Freunde von BeCause und unzähligen engagierten Schutzbedürftigen konnten bereits mehrere hundert Portionen Gemüsereis arabischer Art zubereitet werden. Für die Kochneugierigen hier ein kleines Rezept: Arabischer Gemüsereis für mehrere hundert Personen.
1. Man nehme einen Topf von ein Meter Durchmesser und Höhe.
2. Kochen Sie 10 Kilo Reis unter ständigem Rühren.
3. Im zweiten Topf braten Sie Karotten mit Rosinen, Knoblauch und Petersilie an.
4. Alles gut durchgemischt in essbereiten Portionen verteilen.
5. Wiederholen Sie den Vorgang beliebig oft.

Zusätzlich wurde um das Kochzelt herum nicht nur die Infrastruktur erheblich verbessert, sondern auch die Ausgabestelle wind- und wetterfest gemacht, damit der Tee in den nächsten Wochen auch wirklich non-stop bereitgestellt werden kann.

Wir stellen fest, dass erst die koordinierte Vernetzungen aller Beteiligten effiziente Hilfe ermöglicht und hoffen in diesem Sinne auf weitere gute Zusammenarbeiten.

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